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Nahaufnahme des Rücken- und Wirbelsäulenbereichs

Rheumatische Erkrankungen

Morbus Bechterew

Morbus Bechterew (Ankylosierende Spondylitis, AS), im Volksmund auch als „Wirbelsäulenrheuma" oder „Rückenrheuma" bekannt, ist eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung, die die Wirbelsäule sowie die Iliosakralgelenke betrifft. Sie tritt in der Regel zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Wird sie nicht früh erkannt und regelmäßig nachbeobachtet, kann sie zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung und Verkrümmung der Wirbelsäule führen; mit der richtigen Behandlung und einem Bewegungsprogramm kann ein Großteil der Patienten jedoch ein aktives Leben mit hoher Lebensqualität führen.

Was ist AS?

Die häufigste Form einer Gruppe chronisch-entzündlicher rheumatischer Erkrankungen, die als „Spondyloarthritis“ bezeichnet wird. Die Entzündung beginnt in den Iliosakralgelenken, kann sich mit der Zeit entlang der Wirbelsäule ausbreiten und zu Neubildung von Knochen an den Wirbelrändern sowie zum Verschmelzen der Wirbel führen. Bei Rückenschmerzen, die vor dem 40. Lebensjahr beginnen und länger als 3 Monate anhalten, sollte an AS gedacht werden.

Wodurch entsteht er?

Genetische Veranlagung (Gen HLA-B27 — in der Türkei bei 70–80 % der AS-Patienten positiv, in der Allgemeinbevölkerung bei 7 %; nur bei etwa 2 % der Träger entwickelt sich AS), Fehlregulation des Immunsystems (Entzündungsweg IL-23/IL-17), Umweltauslöser (Darminfektion), Rauchen, Familienanamnese.

Symptome

Entzündliche Rückenschmerzen (Beginn vor dem 40. Lebensjahr, Dauer über 3 Monate, Verstärkung in Ruhe/nachts, Besserung durch Bewegung, Morgensteifigkeit von über 30 Minuten, gutes Ansprechen auf NSAR); Schmerzen im Rücken-, Kreuz- und Hüftbereich; Schmerzen an Ferse/Fußsohle; Brustkorbschmerzen und Atemnot; Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule/gebückte Haltung; extraartikuläre Befunde (Uveitis, Darmbeschwerden, psoriasisähnliche Ausschläge, selten Herzbeteiligung).

Die Darm-Gelenk-Achse

Aktuelle Forschungen weisen auf den Zusammenhang zwischen AS und der Darmmikrobiota hin; er wird mit Dysbiose, erhöhter Darmdurchlässigkeit und der Aktivierung des IL-23/IL-17-Wegs in Verbindung gebracht. Dieser Bereich wird noch erforscht; eine ausgewogene Ernährung und der Erhalt der Darmgesundheit können eine ergänzende unterstützende Rolle zur medikamentösen Behandlung und Physiotherapie spielen.

Wie wird er diagnostiziert?

Krankengeschichte, körperliche Untersuchung, Labor (CRP, Blutsenkung — bei der Hälfte der Patienten kann normal sein), Bildgebung (Röntgen, im Frühstadium MRT), HLA-B27-Test (unterstützend, ergibt allein keine Diagnose).

Unterschied zu mechanischen Rückenschmerzen

Der entzündliche Schmerz beginnt vor dem 40. Lebensjahr, verstärkt sich in Ruhe und nachts, bessert sich bei Bewegung und geht mit einer lang anhaltenden Morgensteifigkeit einher. Der mechanische Schmerz hingegen verstärkt sich bei Bewegung und lässt in Ruhe nach.

Behandlung

Es gibt keine endgültige Heilung; Ziel ist es, Schmerz/Steifigkeit zu verringern, das Fortschreiten zu verlangsamen und die Beweglichkeit zu erhalten. NSAR (bei 60–70 % der Patienten wirksam), krankheitsmodifizierende Medikamente, Biologika, Kortison (begrenzt), regelmäßige Bewegung, selten Operation.

Empfehlungen für Patienten

Regelmäßige Bewegung (Schwimmen, Spazierengehen, Pilates, Yoga), Kontaktsportarten meiden, Rauchen aufgeben, auf die Haltung achten, ausgewogene/entzündungshemmende Ernährung, Kalzium und Vitamin D, in einem akuten Schub heiße Thermalbäder meiden, regelmäßige ärztliche Kontrolle.

Realistische Erwartungen und langfristige Nachbeobachtung

Die meisten Patienten können mit regelmäßiger Medikation und Bewegung ihren Alltag normal bewältigen; die Erkrankung verläuft in Schüben und Phasen der Besserung; bei Frauen ist die Beteiligung meist milder. Statt einer „vollständigen Heilung“ wird eine langfristige Kontrolle angestrebt.

Häufig gestellte Fragen

Was passiert, wenn Morbus Bechterew unbehandelt bleibt?

In unbehandelten Fällen oder bei unregelmäßiger Nachsorge können sich Verknöcherungen zwischen den Wirbeln entwickeln; dies kann zu einer dauerhaften Bewegungseinschränkung der Wirbelsäule und einer Vorwärtskrümmung führen. Frühzeitige Diagnose und regelmäßige Behandlung verringern dieses Risiko erheblich.

Wird Morbus Bechterew auf mein Kind übertragen?

Da bei der Entstehung der Krankheit eine genetische Veranlagung eine Rolle spielt, ist das Risiko bei den Kindern von Personen mit einer familiären Vorgeschichte etwas höher (etwa 5–20 %). Das bedeutet jedoch nicht, dass sich die Krankheit beim Kind zwangsläufig entwickelt.

Ich habe beim Training Schmerzen — darf ich es weglassen?

Auch in schmerzhaften Phasen regelmäßig weiter Sport zu treiben, ist für den Krankheitsverlauf wichtig. Wenn der Schmerz mit einer angemessen dosierten NSAR-Behandlung unter Kontrolle gebracht ist, lassen sich die Übungen bequemer durchführen.

Was ist der Unterschied zwischen Morbus Bechterew und einem Bandscheibenvorfall?

Während der mechanische Schmerz eines Bandscheibenvorfalls bei Bewegung zunimmt und in Ruhe nachlässt, nimmt der entzündliche Schmerz bei Morbus Bechterew in Ruhe und nachts zu, lässt bei Bewegung nach und geht mit einer lang anhaltenden Morgensteifigkeit einher.

Beeinflusst die Ernährung Morbus Bechterew?

Die Ernährung allein heilt die Krankheit nicht; eine ausgewogene, entzündungshemmende Ernährungsweise kann jedoch durch die Unterstützung der Darmgesundheit zum ganzheitlichen Behandlungserfolg beitragen.

Tut ein Thermalbad der Krankheit gut?

Da Wärmeanwendungen in der Phase einer aktiven Entzündung Schmerzen und Steifigkeit verstärken können, werden Thermalbäder besonders während eines Schubs nicht empfohlen.

Verläuft Morbus Bechterew bei Frauen anders als bei Männern?

Ja. Morbus Bechterew tritt bei Männern 2- bis 3-mal häufiger auf und schreitet in der Regel schneller voran. Bei Frauen verläuft die Wirbelsäulenbeteiligung milder und die Verkrümmung tritt seltener auf.

Mein HLA-B27-Test ist positiv ausgefallen — werde ich mit Sicherheit Morbus Bechterew bekommen?

Nein. Ein positives HLA-B27 erhöht das Krankheitsrisiko, aber nur bei einem kleinen Teil der Träger dieses Gens entwickelt sich Morbus Bechterew. Die Diagnose wird zusammen mit Anamnese, Untersuchung und Bildgebungsbefunden gestellt.

Dauert Morbus Bechterew ein Leben lang?

Ja, Morbus Bechterew ist eine chronische Krankheit und derzeit nicht endgültig heilbar. Mit der richtigen medikamentösen Behandlung und regelmäßiger Bewegung lässt sich die Krankheit jedoch unter Kontrolle halten.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Beratung. Wenden Sie sich zur Diagnose und Behandlung unbedingt an einen Facharzt.

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